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Wandern in der Zwischensaison: wohin Ende Oktober und im November in die Berge

  • Schwierigkeit: Leicht
  • Dauer: 1 Tag
  • Saison: Herbst

Ende Oktober und November sind die am meisten unterschätzte Zeit für Touren in den Bergen Kirgistans. Die Sommerhitze ist längst vorbei, auf den beliebten Wegen ist kaum jemand unterwegs, die Luft ist klar und die Gipfel sind schon mit frischem Schnee bedeckt. Zugleich ist die Zwischensaison tückisch: In Bischkek können tagsüber +12 °C und Sonne herrschen, auf 2400 m dagegen schneidender Wind, Eis auf den Steinen und schon gegen halb sechs Dämmerung.

Was die Zwischensaison von Sommer und Winter unterscheidet

  • Temperaturkontrast. An einem Tag durchqueren Sie zwei Klimazonen: die trockenen Vorberge und die verschneite Wald- oder Almzone.
  • Verstecktes Eis (Glatteis). Bäche und nasse Steine im Schatten der Schluchten gefrieren unter einer dünnen Schicht des ersten Schnees – man rutscht leichter aus als im Januar auf festem Schnee.
  • Kurze Tage. Im November wird es gegen 17:30 dunkel, in tiefen Schluchten verschwindet die Sonne noch eine Stunde früher hinter dem Kamm.
  • Unberechenbarer Niederschlag. Regen im Tal bedeutet fast immer Schneefall oberhalb von 2000–2200 m.

Die besten Ziele für Ende Oktober und November

1. Die Canyons Konortschek und Kok-Moinok

Die Boom-Schlucht und die Lehmlabyrinthe von Konortschek sind ideal für den Spätherbst. Die Höhe ist gering (1600–2000 m), Schnee gibt es bis Dezember kaum, und die trockenen Flussbetten und roten Felsen wärmen sich in der Tagessonne auf.

  • Gehzeit: 3–5 Stunden.
  • Schwierigkeit: leicht.
  • Zu beachten: Hat es am Vortag stark geregnet, wird der Lehm in den engen Canyons rutschig – wählen Sie trockenes Wetter.

2. Das Südufer des Issyk-Kul: Skaska-Canyon, Barskoon und die Aksai-Canyons

Der Issyk-Kul wirkt wie ein riesiger Wärmespeicher, deshalb hält sich der Herbst an seinem Ufer am längsten. Die Panoramakämme der Aksai-Canyons mit Blick auf das tiefblaue Wasser und die weiße Wand des Terskej-Alatau wirken im November besonders kontrastreich.

  • Gehzeit: 2 Stunden bis ein ganzer Tag.
  • Vorteil: trockener Boden und angenehme Temperaturen am Tag.

3. Panoramakämme der Vorberge (Ala-Archa, Tatyr, Belogorka)

Statt durch den dunklen, kalten Grund einer Schlucht entlang eines zugefrorenen Flusses zu gehen, wählen Sie im November besser offene Südhänge und niedrige Panoramakämme bis 2500–2700 m. Sie liegen den ganzen Tag in der Sonne, der Schnee taut dort schneller, und der Kirgisische Gebirgskamm liegt wie auf dem Präsentierteller vor Ihnen.

  • Gehzeit: 3–6 Stunden.
  • Mitnehmen: Grödel (Microspikes) in den Rucksack – auf nördlichen und schattigen Wegabschnitten liegt bereits festes Eis.

Was im November in den Rucksack gehört

  • Grödel und Trekkingstöcke – schonen Knie und Knöchel auf vereisten Abstiegen.
  • Fleece und leichte Daunenjacke – auch wenn Sie nur in einer Windjacke aus dem Haus gehen.
  • Mütze und Handschuhe – der Wind auf den Kämmen lässt die Finger in zehn Minuten erstarren.
  • Stirnlampe – Pflicht auf jeder Tour, auch wenn Sie zum Mittag zurück sein wollen.
  • Thermoskanne mit heißem Tee und Sitzkissen – Boden und Steine sind im November schon eiskalt.

Der wichtigste Tipp

Brechen Sie eine Stunde früher auf als im Sommer gewohnt – um 7:00–8:00 Uhr morgens aus der Stadt. So nutzen Sie die wärmste Tageszeit und sind in Ruhe vor der Dämmerung zurück am Auto.