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Schwierigkeit von Winterrouten: wie Sie ein Ziel einschätzen

  • Schwierigkeit: Jedes Niveau
  • Dauer: 2 Stunden bis 4 Tage
  • Saison: Winter
Schwierigkeit von Winterrouten: wie Sie ein Ziel einschätzen

Derselbe Weg im Sommer und im Winter sind zwei verschiedene Routen. Ein Weg zum Wasserfall, auf dem man im Juli in Turnschuhen spaziert, kann im Januar vereisen, und der Hang darüber kann sich mit Schnee beladen und lawinengefährlich werden. Deshalb schätzen wir die Schwierigkeit im Winter neu ein und nicht nach der Sommerbeschreibung.

Was eine Route im Winter schwierig macht

  • Höhe. Je 1000 m nach oben wird es etwa 6 °C kälter. Oberhalb von 3000 m macht sich auch die dünne Luft bemerkbar.
  • Höhenmeter und Gehzeit. Im Schnee kommt man anderthalb- bis zweimal langsamer voran als im Sommer, und es gibt ein Drittel weniger Tageslicht.
  • Lawinengefahr. Der wichtigste Winterfaktor. Gefährlich sind Hänge mit 30–45° Neigung sowie die Auslaufzonen von Lawinenrinnen im Talgrund – eine Lawine kann von oben auf einen „ebenen“ Weg kommen.
  • Zustand des Weges. Ausgetretener Weg, Eis, tiefer unberührter Schnee oder Harsch erfordern unterschiedliche Ausrüstung und Kraft.
  • Wetter und Wind. Wind mit 10 m/s macht aus −10 °C gefühlte −20 °C.
  • Abgeschiedenheit. Wie viele Stunden bis zur Straße, ob es Netz gibt, ob ein Auto die Winterstraße befahren kann.

Unsere Schwierigkeitsstufen

Wir teilen Winterrouten in vier Stufen ein – vom Spaziergang bis zum Alpinismus.

  • Leicht – Spaziergang. Bis 2500 m, bis 500 Höhenmeter, ein ausgetretener Weg abseits von Lawinenhängen, 2–5 Stunden. Warme Kleidung, Schuhe und Grödel genügen. Geeignet für Einsteiger und Kinder im Schulalter.
  • Mittel – Tageswanderung. 2500–3000 m, 500–1000 Höhenmeter, 5–8 Stunden, eventuell unberührter Schnee und kurze Abschnitte unter Hängen. Erforderlich sind Kondition, Schneeschuhe oder Steigeisen und Erfahrung mit Sommerwanderungen.
  • Schwierig – mit Übernachtung oder in der Höhe. 3000–4000 m, Übernachtung in Hütte oder Zelt, Querung lawinengefährlicher Hänge, Pässe. Lawinenausrüstung ist Pflicht, ebenso Erfahrung mit Wintertouren und Navigation.
  • Experte – Alpinismus. Über 4000 m, Gletscher, Gipfel ab Grad 1B. Nur mit alpinistischer Ausbildung, Seil und erfahrenem Leiter.

Grade von Pässen und Gipfeln

In den Bergen der ehemaligen Sowjetunion werden Pässe und Gipfel auf einer Skala von n/k (ohne Grad) und 1A bis 6B bewertet. Diese Grade gelten für den Sommer. Im Winter rechnet man meist einen halben bis ganzen Grad hinzu: Ein 1A-Pass entspricht im Winter vom Aufwand her eher 1B.

Die Lawinenskala

Die Lawinengefahr wird nach der fünfstufigen europäischen Skala bewertet:

  • 1 – gering: Lawinen sind nur an sehr steilen Hängen bei großer Zusatzbelastung möglich.
  • 2 – mäßig: An steilen Hängen ist Vorsicht geboten.
  • 3 – erheblich: die tückischste Stufe, auf sie entfällt der Großteil der Unfälle. Hänge über 30° nur mit Erfahrung.
  • 4 – groß: Lawinen lösen sich schon bei geringer Belastung und spontan. Bleiben Sie im Tal.
  • 5 – sehr groß: keine Touren in die Berge.

Besonders gefährlich sind die ersten 1–3 Tage nach starkem Schneefall, plötzliche Erwärmung und starker Wind, der Schnee verfrachtet.

Wie Sie die passende Route wählen

Schätzen Sie das schwächste Gruppenmitglied ehrlich ein – Tempo und Route richten sich nach ihm. Beginnen Sie die Saison mit leichten Touren, steigern Sie das Niveau schrittweise und haben Sie immer einen Plan B: Umkehren ist ebenfalls ein richtiges Ende einer Tour. Im PDF zum Artikel finden Sie eine Tabelle der Stufen und eine kurze Liste mit Fragen, die Sie sich vor dem Aufbruch stellen sollten.

📄 PDF herunterladen (auf Russisch): Schwierigkeit von Winterrouten: wie Sie ein Ziel einschätzen